Bewusstsein für Energieeffizienz und erneuerbare Energien werden in den kommenden Jahren zu den Top-Trends in der Elektro- und Informationstechnik gehören. Für den betroffenen Kompetenzbereich ist ein Umbruch auf breiter Front hin zu energieeffizienten Technologien zu konstatieren. Dies betrifft zum einen die Informationstechnik, die vom Schlagwort der Green IT geprägt ist (erkennbar auf einschlägigen Messen wie CEBIT und ifa), worunter sowohl der Einsatz energiesparender Hardware, als auch ihre energiesparende Nutzung verstanden wird. Zum anderen halten in die Gebäudetechnik und die Automatisierungstechnik energiesparende Technik und Systeme Einzug, die vom Einsatz energiesparender Elektromotoren, intelligenter Schalt- und Steuerungssysteme bis hin zu Umwälzpumpen, Wärmerückgewinnungsanlagen und Integration erneuerbarer Energiequellen reichen.
In der Elektrotechnik werden die enormen Einsparungspotenziale bei aktuell angebotenen Haushaltsgeräten augenscheinlich: So sind bereits Haushaltsgeräte am Markt erhältlich, deren Energieverbrauch um 20% niedriger ist als bei Geräten der Energieeffizienzklasse A. Am deutlichsten wird dies bei Kühl- und Gefriergeräten sichtbar: Ein Gerät der Klasse A++ benötigt um 45% weniger Strom als ein vergleichbares Produkt der Klasse A und um 58% weniger als ein Kühl- und Gefriergerät der Klasse B. Neben der Nutzung effizienter Geräte liegt der Schlüssel zum umweltgerechten Wohnen unter anderem in den Möglichkeiten der Gebäudeautomation und dem Einsatz von Kontrollsystemen. Durch sie lassen sich die Energiekosten zusätzlich durchschnittlich um ein Drittel senken.
Ein weiterer Einsparbereich betrifft Geräte der Informations- und Kommunikationstechnik (einschließlich energieeffizienter Serverräume) sowie Bürogeräte. Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts zur Abschätzung des Energiebedarfs der weiteren Entwicklung der Informationsgesellschaft (Abschlussbericht März 2009), die das Jahr 2007 als Referenzzeitraum heranzieht, ergibt sich in Deutschland für die die gesamte Informations- und Kommunikationstechnik ein Stromverbrauch von 55,4 TWh. Dies entspricht 10,5 % am gesamten Stromverbrauch Deutschlands (529 TWh, AGEB 2008). Davon verursachen den größten Anteil dieses Stromverbrauchs, knapp 60 %, die entsprechenden Endgeräte in den Haushalten. Der Anteil des Stromverbrauchs von Servern und Rechenzentren mit rund 9,1 TWh beträgt 16,4 %, der Anteil der Endgeräte in Unternehmen liegt mit 6,8 TWh bei 12 %. Der Strombedarf für Netzzugang, Mobilfunk und Festnetz liegt bei ca. 6,4 TWh. Allein durch den Einsatz verbrauchsarmer Geräte ließen sich die Stand-by-Verluste um 5 bis 10 TWh pro Jahr verringern. Darüber hinaus bieten Multifunktionsgeräte ein erhebliches Einsparpotenzial und demonstrieren mobile Endgeräte, dass eine hohe Funktionalität und Rechenleistung durch neueste Display- und Halbleitertechnik realisiert werden kann, wenn sie von entsprechend geschulten Fachkräften in vorhandene und neu installierte Systeme integriert werden.
Den dritten Bereich mit großen Energieeffizienzreserven bietet die Antriebstechnik, da nahezu die Hälfte der gesamten elektrischen Energie von Motoren verbraucht wird. Durch den Einsatz sparsamerer Motoren und entsprechender Steuerungs- und Überwachungssysteme können 10 bis 50% des Energieverbrauchs eingespart werden. Bereits diese wenigen Zahlen belegen, welches enorme Energiesparpotenzial durch den Einsatz sparsamer Technologien genutzt werden kann, wenn entsprechend geschulte Handwerker ihre Kunden in Privathaushalten, Gewerbe und Industrie entsprechend beraten und die energiesparenden Technologien installieren sowie in Betrieb nehmen können.