Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen!
Die Meisterverordnung macht deutlich, dass es nicht mehr auf Einzelkenntnisse und Fertigkeiten ankommt, sondern dass ganzheitliche Qualifikationen verlangt werden, die Planen, Durchführen und Kontrollieren umfassen. Dabei werden neben einer starken Kundenorientierung besonders Leitungsfunktionen sowohl in kaufmännischen als auch organisatorischen und technischen Bereichen gefordert. Es wird dort auch herausgestellt, dass die Meisterqualifizierung heute nicht mehr abschließend sein kann, sondern schon in der Meistervorbereitung die Einsicht und die Fähigkeit gestärkt werden soll, sich laufend weiter zu qualifizieren.
Fachlich wird der Meister für Informationstechnik durch den rasanten technologischen Wandel geprägt. Insbesondere die Consumerelektronik mit den Schlagworten "Triple Play, HDTV, Multimedia, Home Entertainment und Mobile Home sind Schwerpunkte, die im Bereich Geräte- und Systemtechnik sowohl in der Meisterausbildung als auch bei den Prüfungsanforderungen relevant sind. Zudem werden von dem "IT-Meister" die Bereiche Elektrotechnik, Gefahrenmeldetechnik und komplexe IT-Projekte abgedeckt, bei dem er die Geschäftsprozesse von der Analyse bis zur Auswertung zu bearbeiten hat. Es ist erkennbar, dass sich der IT-Meister immer stärker zum technischen Allrounder entwickelt, der viele Bereiche in der Geschäftsausstattung autonom abdeckt.

Um den neuen Prüfungsanforderungen gerecht zu werden, ist es in den Vorbereitungslehrgängen notwendig, fachliches Wissen in konkreten Handlungssituationen zu erarbeiten, damit der Transfer in die Praxis und damit die Bewältigung beruflicher Anforderungen erfolgreich gelingen kann. Dazu ist es erforderlich Lehrgänge stärker handlungsorientiert auszurichten. Zentrales Anliegen der Handlungsorientierung ist das Verzahnen der Erkenntnisse aus der Theorie mit den praktischen Erfahrungen der Teilnehmer.
In der Prüfung ist ein Projekt durchzuführen, das einem Kundenauftrag im Informationstechniker-Handwerk entspricht. Ein derartiger Kundenauftrag umfasst Entwurfs-, Planungs- und Kalkulationsunterlagen, sowie die praktische Umsetzung oder die Erweiterung eines definierten Kundenwunsches.
Neuer Bestandteil der Prüfung ist außerdem das Fachgespräch. Es entspricht nicht einer mündlichen Prüfung, in der oft nur isoliertes Faktenwissen abgefragt wird. Es kommt vielmehr darauf an, dass der Prüfling auf der Grundlage der Prüfungsleistungen im Meisterprüfungsprojekt dem Prüfungsausschuss die fachlichen Zusammenhänge aufzeigen kann, die seinen Arbeiten zugrunde liegen. Er muss dabei deutlich machen, dass er berufsbezogene Probleme lösen kann und in der Lage ist, neue Entwicklungen zu berücksichtigen.
Damit die Gesellen und Facharbeiter aus den informationstechnischen Berufen und aus den Elektronikerberufen den begehrten Meisterbrief erhalten, müssen sie vier Prüfungsteile bestehen. Die ersten beiden Teile verlangen vor allem Fachwissen und benötigen eine Vorbereitungszeit von gut einem Jahr. Bei den letzten beiden Abschnitten sind fachübergreifende Fähigkeiten wie Betriebswirtschaft, Recht und Ausbildungseignung gefordert.
Seit in Kraft treten der neuen Meisterverordnung im Jahr 2002 führt das etz jährlich Vorbereitungskurse im Sinne dieser Prüfungsordnung durch.





